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Das Replantationsregime Teil II Die Zeit als Patient Fünfter Eintrag

Nachdem ich gerade geschildert habe, was für ein Aufwand dieses Replantationsregime für das Personal bedeutet, gehe ich jetzt über zu meinem Erlebnis davon.

Ab hier wird es auch ein wenig schwieriger, die Dinge auch detailliert zu beschreiben, weil einfach so unheimlich viel passiert ist in dieser eigentlich recht kurzen Zeit. Wie schnell normalerweise 14 Tage vergehen, ist eigentlich jedem klar – zwei Arbeitswochen und zweimal Wochenende, dann ist es schon wieder vorüber. So gesehen rauscht die Zeit einfach an einem vorbei. Aber nicht beim Replantationsregime.

Nein, absolut nicht. Ganz im Gegenteil. Ich habe wahrscheinlich noch nie im Leben zuvor so lange Stunden, Tage und Wochen gehabt, wie hier im Krankenhaus.
Ganz ehrlich? Ich frage mich mittlerweile, wie ich das überhaupt überstanden bekommen habe.

Nun lag ich da, in meiner ersten Nacht im Reichskrankenhaus, frisch operiert, absolut unsicher über meine derzeitige Situation und hundemüde. Ich hatte zwar während der OP geschlafen, aber mit einem normalen Schlaf ist das ja natürlich nicht zu vergleichen. Obwohl ich viel zu aufgewühlt war, habe ich beschlossen, dass ich ein wenig schlafen möchte – was auch eigentlich ganz gut funktioniert hat. Aber kaum hatte ich meine Augen geschlossen und war eingeschlafen, wurde ich wieder von einem Krankenpfleger geweckt. 
„Hallo Marc, ich muss mir deine Hand anschauen und die Temperaturen messen. Bist du wach?“
„Sehe ich wach aus?“, dachte ich mir nur, fast schon ein wenig grantig.

Was er dann machte, ist dann die Standardaktion, die sich unzählige Male wiederholen wird:
Er hatte einen Thermometer, der einen Fühler hatte wie eine Radioantenne, um damit punktuell die Hautoberfläche zu messen. Das machte er an zwei Fingern, dem wieder angenähten Zeigefinger und dem kleinen Finger, als Referenz, der Vergleichsfinger. Die operierenden Ärzte haben dafür mit einem wasserfesten Stift extra zwei Punkte markiert, an denen die Temperaturmessung stattfinden soll. Diese Punkte befanden sich jeweils an den seitlichen Fingerspitzen.
Danach nahm er eine kleine Glasplatte, wie man sie vom Biologieunterricht von früher kennt, eine quaderformige Trägerplatte, die man unters Mikroskop legt. Mit dieser Platte drückte er gegen den Zeigefinger, nahm sie wieder vom Finger weg und kontrollierte damit die Blutfüllung vom Finger.
Anschließend hat er sich die Werte auf dem Monitor neben meinem Kopfende angeschaut. Diese stammten aus den Sensoren des Forschungsprojektes, die in Zeige- und kleinem Finger eingebracht und vernäht waren.
Zum Abschluss packte er meine Hand wieder in Kompressen, fixierte diese mit einem Stück Tape, und steckte die Hand zurück in den eigens für mich angefertigten Wattehut ein. Er lagerte meinen linken Arm in eine für mich sehr angenehme Position durch den Gebrauch von mehreren Kissen, legte abschließend dann eine kleine Decke, ähnlich dem, was man für seinen Nachwuchs im Kinderbett benutzt, darüber und darauf dann nochmal eine recht dünne, wollartige Decke.
Er schaute dann auch noch nach dem Schlauch zwischen dem Eintritt in den Körper am Schlüsselbein und der Schmerzpumpe mit dem transparenten Plastikbeutel, in dem sich mein Schmerzmedikament befindet.

Der Krankenpfleger fragte mich dann noch, ob alles gut mit mir ist und ob ich etwas bräuchte. 
„Nein, danke. Im Moment ist alles den Umständen soweit ganz gut. Ich möchte nur ein bisschen schlafen, da ich mich gerädert fühle“, sagte ich.
„Dann schlaf du ein bisschen, ich komme in einer Stunde wieder. Aber wenn etwas ist, klingelst du, ja?“ und damit war er auch wieder aus dem Zimmer.
„In einer Stunde?“, dachte ich, „Wie soll ich denn dann schlafen können?“. Also gut, Schlaf in Etappen also. „Na das kann ja heiter werden!“.
Ich schlief dann wieder ein.

Und genau zur vollen Stunde war er auch wieder bei mir im Zimmer und wiederholte die oben beschriebene Prozedur, wobei er mir auch erklärte, was er tut und auch warum. Das fand ich sehr zuvorkommend, denn es kamen dann doch immer mehr Fragen bei mir auf. Er beantwortete im Grunde schon alles, bevor ich fragen konnte. Das gab mir sogar ein sehr gutes Gefühl, weil ich mich zum einen gesehen fühle und zum anderen spiegelt das die Erfahrung mit solchen Fällen wie mir wider. Der Pfleger schaute dann noch auf die andere Seite von meinem Bett und kontrollierte den Füllstand und vor allem die Farbe im Urinbeutel von meinen Katheder.
„Marc, ich glaube, du solltest ein bisschen mehr trinken. Ich sehe hier, dass dir ein wenig Flüssigkeit fehlt.“ und schenkte mir mit diesen Worten ein Glas Wasser ein. Es stand auf dem Nachttisch auf meiner rechten Bettseite eine große Karaffe und das besagte Glas. Ehrlich gesagt, ich hatte das bis eben nicht wirklich gesehen gehabt, dass das dort war.
„Wir sehen uns dann in einer Stunde wieder, Marc“, lächelte er mich an und verließ das Zimmer, aber nicht ohne nocheinmal nachzufragen, ob mir etwas fehlt.
„Alles gut, danke.“

Langsam, aber sicher stellte sich bei mir die Frage ein, wie ich diesen Stundenrhytmus durchstehen soll. Es ist ja jetzt schon sehr anstrengend, meinen Schlaf in diesem Zeitintervall zu unterbrechen. Und es ist ja nicht nur das; die neuen Geräusche um mich herum, die ungewohnte Umgebung, die Krankenhausatmosphäre und nicht zuletzt meine Ängste wegen meiner Hand, die Zukunftsaussichten, den folgenden Behandlungungen und Untersuchungen und so vieles mehr, sind nicht gerade ohne zu prozessieren.

Ich war gerade eingeschlafen, zumindest kam es mir so vor, da ging die Türe meines Zimmers schon wieder auf.
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht kam die Nachtwache erneut ins Zimmer und die Kontrolle meiner Hand ging von vorne los. Diesmal hatte der Krankenpfleger die im vorhergehenden Eintrag beschriebene Broschüre dabei, „damit ich mich ein wenig belesen kann, was ich hier erleben werde“. Ich schaute mir zunächst nur die Titelseite etwas angewidert an und legte das Heftchen zur Seite. „Dankeschön. Ich werde das später lesen“, sagte ich.

Mit dieser stündlichen Unterbrechung ging es dann die ganze Nacht weiter, bis zur letzten Runde meines Krankenpflegers um etwa 6 Uhr, oder war es schon sieben? Ich bin mir, ehrlich gesagt, gar nicht mehr so sicher, wann der Nacht- in den Tagdienst wechselt, aber er war so höflich, sich dann noch von mir zu verabschieden. „Wir sehen uns dann heute Abend wieder“, sagte er freundlich lächelnd.

Kurz darauf kam dann der Frühdienst ins Zimmer. Wieder ein neues Gesicht, eine freundliche, hübsche junge Frau. Sie stellte sich mit dem Namen vor und fragte mich, wie der Unfall passiert ist und wie es mir ginge. Ich beantwortete ihre Frage nach dem, wie es sich zugetragen hat und sie hörte aufmerksam zu und gab mir das Gefühl, dass sie sich tatsächlich Zeit für mich nimmt. Nicht so, wie ich es ansonsten von Gesundheitspersonal gewohnt bin, dass man seinen ersten Satz noch nicht ganz beendet hat und man im Grunde nur noch den aufgewühlten Staub an der Stelle sieht, an der sich die Person gerade noch befunden hatte. 
Nein, hier hat sie sich sogar gelassen mit der Hüfte an das Fußende meines Bettes gelehnt und hat mich ausreden lassen. Und das will was heißen! Wenn ich Angst habe bzw. nervös bin, dann sage ich entweder gar nichts, besser gesagt nicht viel, oder ich beginne zu plappern, komme vom Hundertsten ins Tausendste und finde kein Ende. Ab und zu hat sie das eine oder andere nachgefragt und geduldig zugehört.
Dann hat sie mir einen kleinen Plastikbecher auf den Nachttisch gestellt und mein Glas mit Wasser aufgefüllt. Sie sagte dann, dass das Schmerzmittel, Blutverdünnungsmittel und Antibiotika sei. Ich sollte diesen Pillencocktail morgens am besten immer zur gleichen Zeit einnehmen, damit diese Medikamente gleichmässig wirken.

Sie betrachtete auch meinen Urinbeutel seitlich am Bett und meinte, ich solle bitte darauf achten, dass ich genug trinke. Die Farbe des Beutelinhaltes sei recht dunkel und das deutet eben darauf hin, dass ich nicht genug Flüssigkeit zu mir nehmen würde.
Sie schaute auf ihre Uhr und meinte, dass sie dann gleich wieder reinkommen würde, sie müsse ja dann wieder nach meiner Hand schauen.


Es ist ein unheimlich schönes Erlebnis, dass man hier im Rikshospital das Gefühl vermittelt bekommt, dass man sich wirklich bemüht und sich Zeit für den Patienten nimmt.

Sie hielt ihr Versprechen. Pünktlich zur vollen Stunde war sie wieder in meinem Zimmer. Natürlich war sie das. Wie jede andere volle Stunde ihres Frühdienstes. Jedes Mal die gleiche Prozedur, immer freundlich, immer mit einem Lächeln im Gesicht und wenn ich wieder mal einen Durchhänger wegen meiner Angst oder meiner durchaus aufgewühlten Gefühlswelt hatte, sogar mit einem aufmunternden Blick. Sie tat alles, damit es mir den Umständen entsprechend gut ging. 
Ab und zu war noch eine Kollegin mit dabei, vor allem, wenn es darum ging, das Stecklaken unter mir zu tauschen. Und das musste relativ oft getan werden, weil es recht warm im Zimmer war und kein Fenster offen stehen durfte.

Zwischendurch kam dann auch noch die Frage, ob ich mich gerne ein wenig waschen möchte. Und ja, es war definitiv an der Zeit! Ich war ja am Tag vorher noch voll in Gang an meinem Arbeitsplatz, dann der Unfall, die Operation und seit dem habe ich kein Wasser mehr gesehen.
Sie fragte mich, ob sie mich waschen soll oder ob ich es selbst versuchen wollte. Ich war einen kurzen Moment am Überlegen, ob ich sie mit dem Waschlappen über mich feudeln lassen sollte, sagte ihr aber dann, dass ich es gerne erst einmal selbst versuchen wollte. Sie könne mir dann gerne beim Rücken ein wenig helfen.
„Da komme ich so schlecht ran mit nur einem aktiven Arm und den ganzen Schläuchen an mir dran“, sagte ich. 
Gesagt, getan. Oder zumindest eifrig versucht. Es ist gar nicht so leicht, wenn man sich nicht richtig bewegen kann, weil da ein Arm an einem dranhängt, der am besten nicht aus seiner gut gelagerten Position gebracht werden sollte und kaum Gefühl darin ist, ausser einer unheimlichen Schwere und teilweise ein Kribbeln, je nachdem, wie ich mich bewegte. Kontrolle über den linken Arm hatte ich überhaupt nicht.
Mir liefen zwischendurch nicht nur Schweißperlen durch das Gesicht, es waren auch Tränen dabei. Ich fühlte mich so unglaublich hilflos. Auch das Waschen zwischen den Beinen, im Bett halb sitzend, halb liegend, ist eine echte Herausforderung. Man(n) ist es ja gewohnt, dafür zwei Hände zu benutzen und muss da recht kreativ werden, damit es auch mit einer Hand funktioniert wie es soll. Ich konnte gar nicht anders als mich schlecht zu fühlen. So grundliegende Dinge wie die eigene Körperpflege gingen plötzlich nicht mehr. Zumindest nicht mehr gut.
Ein wenig grantig genoss ich dann die abschließende Hilfe beim Waschen des Rückens.

Nach der Körperpflege wurde mir dann Blut abgenommen. Das heißt, nicht sofort, weil ich als Angstpatient davor natürlich auch Angst hatte. Aber so entgegenkommend, wie das Personal im Krankenhaus war, wussten sie auch da eine super Lösung: Ich bekam ein Betäubungspflaster auf die spätere Einstichstelle, „damit du das Blutabnehmen nicht so sehr spüren wirst“, wurde mir versprochen. Und tatsächlich, es war nicht so schlimm, wie es gewöhnlicherweise für mich ist. Was mir aber einen Stoß in die Magengrube verpasst hat, war die Information, dass mir jetzt jeden Tag während meines Aufenthaltes Blut abgenommen werden würde. „Na ganz klasse!“, seufzte ich. Wenn ich es noch nicht vorher tat, spätestens jetzt begann ich mein Leben zu hassen.

„Warum muss ich denn jeden Tag eine Blutentnahme haben?“, fragte ich.
„Wir müssen den Hb-Wert besonders beobachten“, bekam ich als Antwort, „Hämoglobin ist ein Protein in den roten Blutkörperchen, das Sauerstoff zu den Organen und Geweben des Körpers transportiert und Kohlendioxid von den Organen und Geweben zurück zur Lunge transportiert. Kurz und knapp: Damit kontrollieren wir, dass du genügend Sauerstoffversorgung speziell in den Fingern hast, gerade auch, weil wir dafür sorgen, dass du permanent aus dem Zeigefinger blutest“. Fiele der Wert unter 10, müsste ich eine Bluttransfusion bekommen, das sogenannte SAG.
„Na dann hoffe ich mal, dass mir das erspart bleibt“, dachte ich mir. „Das würde mir ja grade noch fehlen.“

Nachdem sie dann mit meinem Blut verschwunden war, kam sie wieder ins Zimmer und fragte, ob ich denn gerne frühstücken wollte. 
Frühstück? Eigentlich bin ich nicht unbedingt der große Frühstücker und so, wie ich mich grade fühle, habe ich auch nun wirklich keinen großen Appetit. Aber etwas essen sollte ich auch, es ist ca. 24 Stunden seit meiner letzten Mahlzeit, und das war auch nicht so sonderlich viel, zwei, drei kleine Stücke selbstgebackenen Marmorkuchen in der ersten Pause, also nicht lange vor dem Unfall.
„Was habt ihr denn so zur Auswahl? Vielleicht gibt es ja etwas, was mich anmacht.“ 
Sie antwortete mir, indem sie erst einmal die Wangen aufblies. „Wir haben Brötchen, Wurst, Käse, Marmelade … oder auch Joghurt, Müsli, eigentlich alles, was das Herz begehrt“, und schaute mich erwartungsvoll an.
Mir war nicht wirklich nach Essen zumute, also so gar nicht. Und ausserdem hat sie mir schon viel zu viel aufgezählt, ich habe es nicht so mit der Entscheidungsfreudigkeit. Vor allem, wenn ich darauf gar keine Lust habe.
„Vielleicht probiere ich es einfach mal mit Müsli, in Joghurt eingerührt. So ein Quick-Fix-Porridge“, schlug ich vor.
„Was für eine Sorte Joghurt magst du denn dazu?“ Noch mehr Entscheidungen. „Walderdbeere, Kirsche, Blaubeere, Pflaumen- und Naturjoghurt…“, fuhr sie fort. Sie hat mir wahrscheinlich meine nächste Frage schon angesehen. Ich entschied mich zögernd für Blaubeere.
„… und das Wichtigste überhaupt ist für mich eine Tasse Kaffee“, fügte ich hinzu. 
„Das Müsli reicht dir als Frühstück?“, ich nickte. „Aber mit dem Kaffee, das muss ich mit dem Arzt abklären, wegen des Koffeins. Aber ich glaube, wir haben auch so einen koffeinfreien… „ – ich starb innerlich – „… Pulverkaffee…“ – das war der Todesstoß – „… den ich dir fertigmachen kann.“
Ich wollte nach Hause. Aus, Schluss, ich mag diesen ganzen Mist mit Krankenhaus und den Verletzungen nicht mehr. „Ja gerne“, sagte ich, „wenn es nicht anders geht?“
„Gut, dann bin ich gleich zurück“
, sagte sie lächelnd und ging aus dem Zimmer.

Es dauerte ein paar Minuten, bis sie wieder zurück kam. Wie versprochen hatte sie mein Wannabe-Porridge mit dabei und eine dampfende Tasse mit schwarzer, kaffeeähnlicher Flüssigkeit darin. Sie servierte mir das auf einem Tablett, auf dem auch ein Glas mit Trauben, frisch geschnittenen Orangen- und Melonenscheiben stand. Das war richtig nett!
„Ich stelle dir das hier mal auf deinen Nachttisch. Wenn du dein Kopfteil ein wenig hochfährst, schiebe ich dir dein Frühstück ein wenig näher an dich heran“, lächelte sie mich an. „Kommst du damit klar oder brauchst du Hilfe?“
„Ich versuche es einfach mal. Ich komme schon irgendwie zurecht.“

Sie füllte mir auch gleich die schon auf dem Nachttisch stehenden Glaskaraffe mit frischem, kaltem Wasser auf und schenkte mir das Glas voll. „Trinken nicht vergessen“, zwinkerte sie mir zu.
„Das mit dem Kaffee muss ich immer noch abklären, das mache ich dann auch gleich noch.“
Ich bedankte mich herzlich und schaute ihr hinterher, als sie wieder das Zimmer verließ.

Absolut appetitlos und deprimiert versuchte ich mich an meinem Frühstück, aber nicht ohne vorher am Kaffee zu nippen. Ich meine, ich habe schon einigen schlechten Kaffee getrunken, aber das hier dürfte warscheinlich die Krönung sein. Nein, nicht die von Jacobs.
Das Müsli schmeckte dann irgendwie doch nicht so schlecht wie zuvor angenommen. Ich aß ein paar Löffel davon, wobei ich merkte, dass das gar nicht so einfach ist, wenn man nur einen Arm zur Verfügung hat, während der andere Arm „verkabelt“ und ab der Schulter taub nur als besserer Briefbeschwerer taugt. Ich wollte das Kopfteil auch nicht noch weiter hochfahren, weil ich Angst hatte, dass ich dadurch die Lagerung des linken Arms verschlechtere und eventuell die Kanüle in meiner Schulter nicht mehr genug Betäubungsmittel an den Nerv pumpen kann.


… to be continued …

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SAG, was war das noch gleich?

SAG ist eine Kurzform von „SAGMAN-Blut“, einer häufig verwendeten Abkürzung für ein Konzentrat roter Blutkörperchen. Der Begriff basiert auf dem Namen der künstlichen Lösung (SAGMAN), die zur Lagerung roter Blutkörperchen in Blutbanken verwendet wird. SAGMAN ist eine Abkürzung für Saline-Adenine-Glucose-Mannitol. Die Bestellung von zwei SAG bedeutet, dass der Patient über ein Konzentrat roter Blutkörperchen von zwei Blutspendern verfügen muss. SAGMAN erlaubt eine Lagerung für 35 Tage und ergibt dann eine Überlebensrate der roten Blutkörperchen von über 75 Prozent. Es wurden künstliche Lösungen entwickelt, die eine Speicherung roter Blutkörperchen für bis zu acht Wochen ermöglichen und SAGMAN nach und nach ersetzen werden.
Im Vollblut sind die roten Blutkörperchen neben anderen Enzymen auch Plasmaproteinen ausgesetzt, die die Zellmembran schädigen können. Die Speicherung der roten Blutkörperchen erfolgt daher in künstlichen Lösungen, die nur geringe Mengen Blutplasma enthalten. Selbst in solchen Lösungen zeigen die roten Blutkörperchen Altersveränderungen. Altersveränderungen können als allmählicher Verlust der elliptischen Form mit Übergang zu einer „Stachelapfel“-Form gesehen werden, bei der die Zacken nach und nach als kleine Partikel freigesetzt werden und die Blutzelle schließlich eine Kugelform annimmt.

Quelle: Store norske leksikon (https://sml.snl.no/SAG_-_blodprodukt)

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Informationen zum Forschungsprojekt

Nachfolgend sind auszugsweise Informationen zum Forschungsprojekt, zu dessen Teilnahme ich mich bereiterklärt habe.
Übersetzt aus dem Norwegischen.

Wir wollen untersuchen, ob es mit Hilfe eines pCO2-Sensors (IscAlertTM) möglich ist, eine Minderdurchblutung der wieder angenähten Extremität zu erkennen, wie es bei 20-40% der Fälle sein kann. Es ist wichtig, dies früh genug zu erkennen, damit mit der richtigen Behandlung die Durchblutung wiederhergestellt, also erneut operiert, und so die replantierte Extremität gerettet werden kann.

Der IscAlertTM-Sensor wird unter Narkose an der Spitze der genähten Extremität angebracht und misst kontinuierlich CO2 und Temperatur im Gewebe. Der Sensor verbleibt bis zu 10 Tage nach der Operation, um die Blutzirkulation zu überwachen. Gleichzeitig werden wir auch einen Sensor in eine gesunde und unbeschädigte Extremität einführen, der als Kontrollsensor dient. Einem Teilnehmer werden somit 2 bis maximal 5 Sensoren implantiert. Sollte es jedoch zu einer erneuten Operation kommen, werden im Zusammenhang mit dieser Operation alle Sensoren entfernt und durch neue ersetzt. Dies kann erneut auftreten, wenn weitere Nachoperationen erforderlich sind. Kein Sensor sollte länger als bis zu 10 Tage im Gewebe verbleiben.
Aufgrund der Nadelstiche besteht ein minimales Blutungsrisiko. In seltenen Fällen besteht die Gefahr einer Infektion an der Einstichstelle.

Das Forschungsprojekt ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Biosensor Research Group, der Abteilung für Anästhesiologie am Universitätsklinikum Oslo (OUS) und der Orthopädischen Abteilung am Universitätsklinikum Oslo (OUS). Wir wollen untersuchen, ob ein pCO2-Sensor (IscAlertTM) verwendet werden kann, um eine verminderte Blutversorgung der replantierten Extremität zu erkennen. Steigt der CO2-Gehalt über einen bestimmten Grenzwert, deutet dies auf eine Minderdurchblutung hin und die richtige Behandlung kann schnell eingeleitet werden. […] schneller als mit den heute verfügbaren Untersuchungsmethoden. Dies kann den Vorteil haben, dass die Blutzirkulation früher wiederhergestellt werden kann, als es heute üblich ist, was wiederum zu einer größeren Überlebenswahrscheinlichkeit der retransplantierten Extremität beitragen kann. Die Studie gilt jedoch als experimentell und Sie haben keinen garantierten Nutzen aus der Teilnahme an der Studie.

Die mit dem Forschungsprojekt verbundene Zusatzbehandlung bedeutet, dass Sie in Narkose versetzt werden und am Ende der Operation oder direkt postoperativ Folgendes durchführen lassen:

 Ein kleiner pCO2-Sensor (IscAlertTM) (<1 mm Durchmesser) wird in die Spitze eingeführt und vom Operationsbereich der replantierten Extremität entfernt entfernt und mit Nähten, Klebeband oder Gewebekleber befestigt.

 Der pCO2-Sensor wird über ein Kabel mit einer kleinen Elektronikeinheit an einen für den klinischen Einsatz zugelassenen PC angeschlossen.

 pCO2 und Temperatur werden somit automatisch und kontinuierlich gemessen, solange das Experiment läuft (bis zu 10 Tage pro Sensor), spätestens jedoch beim Verlassen des Krankenhauses entfernt.

Operationsbericht

Die folgende Beschreibung der Operation ist aus dem Norwegischen übersetzt und ich habe gleichzeitig versucht, es auch für Medizin-Laien verständlich zu machen.
Die Namen der Ärzte sind unkenntlich gemacht.

08.03.23 Operationsbeschreibung

Orthopädische Abteilung, Rikshospitalet, orthopädischer Bettposten, OUS
von Oberärztin XXXXXXXXXX 

Aktuelle Beschreibung:

Der Patient verletzte sich heute bei der Arbeit an einer Tischkreissäge mit relativ grobem Sägeblatt. Er arbeitet in der Herstellung von Dachstühlen. Er passte Balken entsprechend an. Die Verletzung ereignete sich kurz vor 12 Uhr und er kommt wegen seiner Verletzung an der linken Hand kurz vor 14 Uhr zu uns. Der Patient war bisher gesund. Nimmt keine regelmäßigen Medikamente ein. Er raucht etwa 20 Zigaretten am Tag. Keine Arzneimittelallergien.

Bei der Ankunftsuntersuchung wurde folgendes festgestellt:

 1. Finger: Wundschaden am Tastballen, in der Vorwölbung auf der handinnenzugewandten Seite des Fingerendglieds.

 2. Finger: Ungefähr in der Mitte des mittleren Fingerknochens amputiert, weist er eine aktive Beugung im Mittelgelenk auf. Das Amputat wurde mitgebracht, es sieht aber so aus, als ob es zu einem Substanzverlust kommt.

 3. Finger: Schädigung vom Mittelgelenk und weiter vom Körper entfernend (distal). Fast kreisförmige Hautschädigung. Distal davon gibt es keine durchblutete Haut. Es sieht nach einem großen Substanzverlust am mittleren Fingerknochens aus. Es gibt keine aktive Bewegung in diesem Finger oder Sensibilität.

 4. Finger: Schädigung über dem Mittelfingerknochen vom Mittelgelenk bis hin zum Fingerendgelenk auf der zur Handrücken zugewandten Seite und um die zum kleinen Finger hingewandten Seite und der zur Elle und Handinnenfläche zugewandten Seite herum. Der Finger hat eine Blutzirkulation, weist aber eine große Fehlstellung auf. Hat jetzt eine aktive Beugebewegung sowohl im Mittelgelenk als auch im Endgelenk.

 5. Finger: Unverletzt.

Der Patient wird über die Replantation und das Replantationsregime informiert.
Er wird auch ausführlich darüber informiert, dass es nicht sicher ist, dass der Amputat wieder angenäht werden kann oder dass alle Schäden repariert werden können.
Ihm wurde außerdem mitgeteilt, dass es bei einer Replantation / Rezirkulation zu einem 10-tägigen Krankenhausaufenthalt kommen wird und dass er hier bei uns mit einer Nachbeobachtungszeit von 6–12 Monaten rechnen muss.
Er wird nicht die Hand zurückbekommen, die er hatte, er wird höchstwahrscheinlich eine deutlich eingeschränkte Handfunktion haben.
Er möchte einen Replantationsversuch.
In der EIDR-Studie aufgenommen.

Operation:

NDP09 Replantation eines Fingers
ZXD00 Sofortige Hilfe
ZXE30 Mehr als fünf und bis zu sieben Stunden
NDQ16 Teilamputation des zweiten Fingers
NDJ43 operative Verbindung von zwei oder mehr Knochenfragmenten einer Fingerfraktur mit Draht/Cerclage/Stift
ACB29 Naht eines anderen oder nicht näher bezeichneten peripheren Nervs
NDL40 Naht / Wiedereinführung der Beugersehne im Handgelenk oder in der Hand
NDL41 Naht / Wiedereinführung der Streckersehne im Handgelenk oder in der Hand

Operierende Ärzte: XXXXXXX und XXXXXXX 

Operationszeit: ca. 5 Stunden

Anästhesie: Narkose und Plexus (Schmerzkatheder, der zu einem Nerv geführt wird, um den gesamten linken Arm zu betäuben, erkläre ich später mehr dazu)

Vergrößerungsbrille. 

Antibiotikaprophylaxe mit insgesamt 4 Dosen intravenös.
Während des Eingriffs wird teilweise Blutentleerung eingesetzt.
Gesamtblutentleerungszeit ca. 3 Stunden.
Keine sichtbare Kontamination. Spüle mit drei Litern.
Wird durchleuchtet. Es liegen keine Frakturen am 1. oder 5. Finger vor. Auch nicht auf Mittelhandknochenebene.

Darüber hinaus ist ein amputierter zweiter Finger zu sehen.
Zerstörung des gesamten Mittelfingergliedes des 3. Fingers mit großem Substanzverlust proximal.

Bruch des Mittelfingergliedes auf zwei Ebenen im 4. Finger.
Nachdem wir den Schaden durchgesehen haben, sehen wir, dass der dritte Finger sowohl so beschädigt ist, dass es schwierig sein wird, ihn zu replantieren, als auch höchstwahrscheinlich nicht richtig funktionieren wird, da die Hälfte der Mittelphalanx fehlt und der verbleibende Teil vollständig zerbrochen ist. Ich halte es für das Beste, dies zu amputieren.

 1. Finger: Wundrevision. Es ist keine Schließung erforderlich. Da es sich lediglich um eine Hautschädigung handelt, sollte am Ende der Operation ein Allevyn angelegt werden.

 2. Finger: Replantiert. XXXXXXX hat die Fingerarterie ulnaris und beide Fingernerven präoperativ präpariert. Naht in der Beugesehne mit Faserdraht erstellt. Der Nervus digitalis radialis kann nicht gefunden werden und wir können präoperativ keine Venen finden. Wir beschließen, den Finger durchbluten zu lassen und zu sehen, ob sich die Venen dann füllen.
Die Fraktur wird mit einem Stift versehen. Ich vernähe das FDP mit Fiberwire und kürze es ein wenig, um die richtige Spannung zu erreichen.
Präpariere die Arteria digitalis ulnaris proximal und bereitet die Enden vor. Mit Hep gespület. Salz. Lege Gefäßklemmen an und vernähe die Arterie.
Anschließend werden beide Fingernerven vernäht. Das DIP-Gelenk ist frei und kann mobilisiert werden. Wir warten damit, die Gefäßklemmen zu lösen, bis wir bereit sind, die Blutleere aufzuheben.

 4. Finger: Stecke das Skelett auf zwei Ebenen fest. Gute Lage im Röntgenbild und keine Rotationsfehlstellung. Vernähe das FDP, das an etwa 10 % der Substanz hängt. Füge zusätzliches Gewebe hinzu, damit es verstärkt wird. Der FDS shenkel (?) ist intakt.
Untersuche den Radialnerv/Gefässstrang. Der ist intakt.
Ulnarisnervenstrang ist durchtrennt. Ich nähe den Nervus digitalis ulnaris. Platziere einige Kreuznähte, um die Strecksehne zu lokalisieren.
Blutleere wird gelöst und Heparin 5000 i.v. verabreicht. Nach 1 Minute wird die Gefäßklemme am 2. Finger gelöst und der Finger ist innerhalb von 5 Minuten gut durchblutet und bleibt für den Rest der Operation durchblutet.
Auch der 4. Finger wird durchblutet.
Am zweiten Finger findet man nur eine sehr kleine Ader dorsal, die einzige, die man am Amputat findet. Habe sie heraus bekommen und schaffe es, sie mit vier Nähten an der größeren Empfängervene zu platzieren. Guter Fluss hier an der Anastomose vorbei.
Es sind keine Venen mehr da zum nähen und diese ist so klein, dass ich glaube, dass es nicht möglich ist, sie nochmals zu vernähen. Danach wird der 3. Finger operiert:

 3. Finger: Ich amputiere auf Mittelgelenk-Höhe und dem abgerundeten Knorpel, lasse ausreichend Haut stehen und fertige einen schönen Amputationsstumpf an.
Die digitalen Nerven werden kürzer geschnitten und die Gefäße werden diathermisch behandelt.
Die Haut wird mit Dafilon 4.0 verschlossen.

Am Ende der Operation werden Elektroden im 2. und 5. Finger platziert. Der 5. Finger ist der Kontrollfinger.
Messe am Ende der Operation 35 Grad am 5. Finger und 30 Grad am 2. Finger.

 Weitere Planung: Der Patient muss postoperativ behandelt werden. Röntgen in ein paar Tagen.
Es muss Replantierungsregime gestartet werden. Der Patient sollte NSAIDs (nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente) meiden.
Auf der Venenseite erfolgt keine Reoperation, in diesem Fall müssen Blutegel eingesetzt werden, während auf der Arterienseite eine Indikation zur Reoperation besteht.
Er kann insgesamt vier Dosen Antibiotika i.v. erhalten und dann per os auf Diclocil umgestellt werden.

Inhalt des Blogs

Das Replantationsregime

Inhalt der Broschüre, übersetzt aus dem Norwegischen.

Replantierte(r)/rezirkulierte(r) Hand oder Finger

Das erste abgetrennte Körperteil wurde 1962 in den USA angenäht.
Am Institut der Kronprinzessin Märtha in Oslo waren Astor Reigstad und Karl. R. Hetland die Pioniere der mikrovaskulären Chirurgie und die erste erfolgreiche Replantation in Norwegen wurde 1983 durchgeführt.
Das Unterfangen wurde nun zum orthopädischen Bettenstation im Rikshospitalet hinzugefügt und diese Abteilung hat eine landesweite Funktion auf diesem Gebiet.

Unter Replantation versteht man das Wiederansetzen eines vollständig vom Körper abgetrennten Körperteils.

Unter Rezirkulation versteht man die Wiederherstellung der Blutzirkulation in einem Körperteil, der zuvor nicht durchblutet, aber nicht vollständig vom Körper abgetrennt wurde.

Du bist jetzt operiert worden. Was wird als nächstes in der Abteilung passieren?

Dies ist der Beginn einer Überwachung rund um die Uhr, die wir als Replantationsregime bezeichnen. Ziel ist es, bestmögliche Bedingungen für die Aufrechterhaltung der Durchblutung der verletzten Hand oder des verletzten Fingers zu schaffen.
Darüber hinaus sind wir bestrebt, etwaige Durchblutungsstörungen frühzeitig zu erkennen, damit eine erneute Operation oder eine andere Behandlung eingeleitet werden kann. Das Regime erstreckt sich über etwa 10 Tage. Es kann sich manchmal ermüdend und anstrengend anfühlen und der Nachtschlaf kann gestört sein.

Das Replantationsregime umfasst

die Untersuchung der Farbe und der Blutfüllung, sowie die Messung der Hauttemperatur werden durchgeführt, um die Durchblutung und den Zustand der verletzten Hand oder des verletzten Fingers zu überwachen. Diese Beobachtungen werden bis auf Weiteres stündlich rund um die Uhr von einer Krankenschwester oder einer Hilfsschwester durchgeführt.

Blutverdünnende Arzneimittel – verabreicht in Tablettenform, Spritzen und/oder intravenös, um die Durchblutung zu verbessern und die Bildung von Blutgerinnseln in den kleinen, vernähten Blutgefäßen zu verhindern.

Antibiotika – als Tabletten oder intravenös verabreicht, um Infektionen vorzubeugen.

Schmerzlinderung – als kontinuierliche örtliche Betäubung des Arms verabreicht. Die Anästhesie kann zu einer verminderten Kraft und Empfindung in der Hand führen. Wenn die örtliche Betäubung nachlässt, kehren die Kraft und das Gefühl zurück. Zusätzlich erhalst du schmerzlindernde Tabletten und ggf. Injektionen. Es ist wichtig, Schmerzen vorzubeugen, da sie Reflexe auslösen können, die die Durchblutung der operierten Hand oder des operierten Fingers verringern.

Blutproben – werden während deines Aufenthalts mehrmals entnommen. Unter anderem, um etwaige Infektionen zu erkennen und den Blutanteil zu überwachen.

Röntgenbilder – werden am 5. Tag nach der Operation angefertigt.

Wärmehut – eine weiche „Mütze“ aus Watte wird über die Hand gelegt, um Zugluft und Kälte zu vermeiden. Kälte kann dazu führen, dass sich die Blutgefäße verengen und die Blutzirkulation beeinträchtigt wird.

Blutegelbehandlung – kann relevant sein, wenn die Durchblutung eines verletzten Fingers nicht zufriedenstellend ist. Wenn der Blutrückfluss von einem verletzten Finger zu schlecht wird, können die Blutegel verbrauchtes Blut absaugen, sodass neues Blut eindringen kann. Nachdem der Blutegel fertig ist, kann der Finger mehrere Stunden lang bluten. So kann der Finger überleben, bis sich nach fünf bis sieben Tagen neue Blutgefäße gebildet haben.

Als Patient musst du bestimmte Verhaltensregeln befolgen

Vermeide Kälte und Zugluft – halte dich warm! Kälte und Zugluft können dazu führen, dass sich die Blutgefäße in einer operierten Hand oder einem operierten Finger verengen und die Durchblutung beeinträchtigt wird. Die Blutgefäße können großen Belastungen nicht standhalten. Schlafe daher nicht bei geöffnetem Fenster. Es kommt häufig vor, dass man viel schwitzt und wenn die Bettwäsche feucht wird, muss das Personal das Bett wechseln.

Mobilisierung – Du bist die meiste Zeit der Aufnahme bis zum 5. Tag nach der Operation bettlägrig. Danach kannst du ruhig und gut gekleidet im Raum sitzen (Achtung: unkomplizierter Ablauf vorausgesetzt). Dann schrittweise Mobilisierung nach Absprache mit dem Arzt. Beim Stuhlgang kannst du die Toilette benutzen, das Urinieren erfolgt vorzugsweise auf einer Bettpfanne oder mit einer Flasche im Bett. Beim Bettwechsel kann es dir gestattet sein, für einen kurzen Moment auf die Bettkante zu sitzen, wobei eine Pflegekraft den operierten Arm festhält.
Während der Mobilisierung ist es wichtig, dass du ein Hemd, einen Morgenmantel und Schuhe/Socken trägst. Das Lokalanästhetikum im Arm kann zu einer verminderten Muskelkontrolle führen. Daher benötigst du Hilfe und Zurechtlegung, um unkontrollierte Bewegungen und Überdehnungen der Muskeln und Sehnen des replantierten/rezirkulierten Körperteils zu vermeiden. Versuche den Arm mit dem/der replantierten/rezirkulierten Hand/dem Finger auf Herzhöhe zu halten und nicht herunterzuhängen zu lassen.

Nicht duschen – der Körper kühlt nach dem Duschen aus. Die Blutgefäße können sich verengen und die Durchblutung wird beeinträchtigt. Am Tag deiner Heimreise darfst du duschen.

Kein Eis essen und nimm keine Eiswürfel in dein Getränk – wenn dir kalt wird, verengen sich die Blutgefäße und die Durchblutung wird beeinträchtigt.

Nicht rauchen, kein Snus, nicht Tabak kauen und verwende keine Nikotinpflaster – Nikotin verengt die Blutgefäße stark und die Durchblutung wird beeinträchtigt.

Begrenzter Verzehr koffeinhaltiger Getränke wie Kaffee, Tee, Softdrinks, Energydrinks und Schokolade. Dies kann auch die Durchblutung beeinträchtigen.

Halte den Arm hoch – über Herzhöhe, auch wenn du aufstehst und gehst. Dadurch sollen Schwellungen und Schmerzen in der Hand und den Fingern gelindert werden. Eine verringerte Schwellung führt zu einem verringerten Druck auf die operierten Blutgefäße.

Verbandswechsel

Für einen bestmöglichen Heilungsverlauf muss die angenähte Hand bzw. der angenähte Finger ruhen. Daher wartet man mit dem Verbandswechsel so lange wie möglich. Oft kann es durch altes Blut unangenehm aussehen und übel riechen. Der Verbandwechsel erfolgt in der Regel kurz vor der Heimreise, gelegentlich erfolgt der Wundwechsel jedoch auch schon vorher.

Psychische Reaktionen

Der Schaden kann als dramatisch empfunden werden und man kann sich Sorgen über die Folgen machen, die er für die Lebenssituation haben wird. Es kommt häufig zu psychischen Reaktionen, zum Beispiel schlechter Stimmung, Schlafstörungen, Albträumen, Konzentrationsschwierigkeiten und möglicherweise Depressionen. Eine mögliche Reaktion kann während des Krankenhausaufenthalts oder nach der Rückkehr nach Hause auftreten.
Die Abteilung vermittelt dir gerne den Kontakt zu einer psychiatrischen Pflegekraft oder einem Priester, wenn du mehr Unterstützung benötigst, als wir dir in der Abteilung bieten können.

Physiotherapie / Ergotherapie / Soziologie

Es ist wichtig, möglichst viel Funktion in der angenähten Hand bzw. dem angenähten Finger zu erhalten. Daher erhalst du nahezu täglich Informationen und Schulungen bei einem Physiotherapeuten. Der Physiotherapeut hilft dir auch dabei, eine gute Ruheposition zu finden, um unnötige Schwellungen und Schmerzen zu vermeiden. Du erfährst, wie du die Beweglichkeit und Funktion unbeschädigter Gelenke am besten aufrechterhälst.
Wenn du dir Sorgen darüber machst, wie du die praktischen Aufgaben zu Hause bewältigen wirst, kannst du um die Kontaktaufnahme mit einem Ergotherapeuten bitten. Wenn du Fragen zu Finanzen, Versicherungen, Rechten, Arbeitssituation und mehr hast, helfen wir dir bei der Kontaktaufnahme mit einem Sozialarbeiter.

Entlassung

Am Tag der Entlassung führen wir eine abschließende Kontrolle des Verbandes durch. Es werden ein Rezept und ggf. eine Krankschreibung ausgestellt sowie eine Vereinbarung über die weitere Behandlung getroffen.
Über weitere ambulante Untersuchungen und Tagesaufenthalte zum Training bei einem Physio- und Ergotherapeuten wird eine Vereinbarung getroffen. Auch Neuaufnahmen für Klein- und Korrekturoperationen können relevant sein.

Weitere Behandlungen

Du wirst von einem Arzt und einer Krankenpflegekraft in der orthopädischen Poliklinik zur Wundversorgung, zum Entfernen von Nähten oder zur Röntgenkontrolle weiter behandelt. Wenn die Heilung zufriedenstellend ist, wirst du in der Regel zur Schulung an einen Physio- und Ergotherapeuten überwiesen.

Vier bis fünf Wochen nach dem Verletzungszeitpunkt sind die Sehnen in der Regel so gut verheilt, dass du damit beginnen kannst, die operierte Hand oder den operierten Finger aktiv zu bewegen.

Beschädigte Fingerknochen werden häufig mit dünnen Stahlstiften zusammengefügt. Diese müssen sechs bis zwölf Wochen nach der Verletzung ruhen, bevor der Bruch verheilt ist.

Vernähte Nerven wachsen etwa einen Millimeter pro Tag von der Verletzungsstelle aus nach. Es wird daher lange dauern, bis das Gefühl wieder in der Hand oder im Finger ankommt, und es ist immer ungewiss, wie gut das Gefühl sein wird.
Tatsächlich kann man bis zu zwei bis drei Jahre nach der Verletzung eine Verbesserung der Funktion der Hand oder des Fingers feststellen.

Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung der bestmöglichen Funktion der Hand und des Fingers.
Wenn du ins Krankenhaus zurückkehrst, wirst du von den Physio- und Ergotherapeuten angeleitet.
Es ist wichtig zu betonen, dass deine eigenen Anstrengungen für das Erreichen deines Ziels von entscheidender Bedeutung sind.

Wenn du nach Hause kommst

Es kommt häufig vor, dass die operierte Hand bzw. der operierte Arm leichter kalt wird, weil Nerven durchtrennt wurden. Zugluft ist nicht mehr gefährlich für den Kreislauf und du musst den Wattehut drinnen nicht mehr tragen. Wenn du dich jedoch im Freien aufhälst, empfiehlt es sich, einen Wärmeschutz an der Hand zu tragen.

Sei dir der Infektionsgefahr bewusst. Anzeichen einer Infektion können ein schlechter Geruch vom Verband, Fieber, verstärkte Schmerzen oder eine Rötung und Schwellung der Haut sein. Wende dich in diesem Fall an einen Arzt oder ans Krankenhaus! Halte den Verband trocken.

Bei einigen Patienten mit schweren Verletzungen wurde über vorübergehende Gelbsucht berichtet, oft nachdem sie nach Hause zurückgekehrt waren. Anzeichen hierfür können eine Gelbfärbung des Weißen der Netzhaut und der Haut, juckende Haut, dunkler Urin und heller Stuhl, sein. Wende dich in diesem Fall an einen Arzt.

Du wirst feststellen, dass es mühsam sein kann, alltägliche praktische Tätigkeiten mit nur einer Hand auszuführen, aber bereits nach vier bis fünf Wochen kannst du die verletzte Hand wieder einigermaßen gebrauchen. Scheue dich nicht, um Hilfe zu bitten!

Die Verarbeitung etwaiger psychischer Reaktionen wird auch nach deiner Rückkehr nach Hause fortgesetzt. Es kann hilfreich sein, mit Familie und Freunden zu sprechen. Wenn du mit Nachreaktionen zu kämpfen hast, ist es wichtig, dass du uns darüber informierst, damit wir dies bei deiner weiteren Behandlung berücksichtigen können.

Die Dauer des Krankenstands variiert je nach Art der Verletzung und der Art Ihrer Tätigkeit. Während dieser Zeit ist es wichtig, dass du die nötige Pflege für deine Hand oder Ihren Finger durchführst und dir die Zeit zum Training nimmst. Wichtig ist auch, dass du versuchst, so normal wie möglich zu leben und den Kontakt zu Familie, Freunden und am Arbeitsplatz aufrechtzuerhalten.

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